Sei Frech – Sei Wild – Sei Wunderbar

Nun sitze ich 0.46 Uhr hier vor meinem Rechner und lasse den Impuls des Schreibens zu. Eigentlich müsste ich jetzt brav nebenan im Bett liegen, um genügend Energie für morgen zu tanken. Immerhin habe ich 2 wundervolle Kinder, welche morgen wieder den Tag mit mir gemeinsam entdecken wollen.
Doch irgendwo habe ich einmal gelesen, das man gar nicht soviel Schlaf benötigt. Wenn man den Tag mit Dingen füllt, welche einem erfüllen, bekommt man Energie geschenkt, anstatt das sie verloren geht. Nun, dies soll mir für die nächsten Momente genug vertrauen geben, einfach dies zu tun, worauf ich Lust habe. Und glaubt mir, auf schlafen habe ich noch lange keine Lust.

Ob als Poster, Postkarte, T-shirt, überall kannst du dich mit wilden, positiven, euphorisierenden Sprüchen etwas Pep in dein Leben holen. Dann darfst du dich für einen kurzen Moment wie Pippi und Co fühlen. Wunderbar oder? Was aber wäre, wenn dieses Gefühl nicht nur einen kurzen Moment anhalten würde? Was wäre, wenn dieses Gefühl dein gesamtes Leben bestimmen würde?

Wir sind Alle mehr oder weniger anständig Domestiziert wurden. Gut, korrekterweise nennt man es auch Erziehung. Doch egal, wie man es auch nennen mag, wir Alle sind brav dressiert und angepasst. Ab und Zu darf man mal ausbrechen. So eine kleine verrückte Party oder ein kurzer demonstrativer Aufschrei, aber im Großen und Ganzen sind wir doch recht anständige und wohlerzogene Menschen. Und die, die es nicht sind, werden eben Therapiert, in Erziehungsanstalten gesteckt, für Verrückte Ausnahmen angesehen. Bloß nicht auffallen ist das wichtigste Credo. Irgendwie versucht die Mehrheit das Leben halbwegs zu meistern. Gut, wer einen Job hat, noch besser einen Partner/eine Partnerin, Haus, Kinder und nette Freunde. Perfekt. Geschafft. Wie Millionen Andere eben auch. Einmal im Jahr in den Urlaub und mit den Jahren ganz wehmütig im Fotoalbum den vergangenen Jahren nachtrauern. Wie wild es damals war. Mit all den verrückten Ideen und einem aufgeregt, pochendem Herzen. Hinter Jeder Mauer ein neues Abenteuer, auch wenn es nur im Kopf stattfand, aber es fühlte sich so lebendig an. Damals. Was ist geschehen? Schon als Kind bekommst du gesagt, das dieses Leben als Erwachsener voller Verantwortung ist und das es Anstrengend wird. Tatsächlich? Mir stellt sich die Frage, ob es sich nicht wie mit dem Huhn und dem Ei verhält? Was war eher da? Die Anstrengung oder hat die Erziehung uns erst zu dieser Wahrnehmung hingeführt? Ich konnte erleben, wie sich Anspannungen lösen, wenn ich los-lasse. Einfach mal nicht so handele/denke, wie es mir eingepredigt wurde. Und wisst ihr was geschehen ist? Es war herrlich leicht und wunderbar.

Lebst du tatsächlich das Leben, welches du leben wolltest/willst? Du kannst dies sehr einfach herausfinden. Spüre hinein. Wie fühlt sich Alles an? Trägst du die Kleider, die Du tragen möchtest? Sagst du das, was DU sagen möchtest? Handelst du so, wie Du tatsächlich handeln möchtest? Verbringst du den Tag mit Dingen, die DU tun möchtest? Bist Du wirklich Du, oder nur ein Abbild von Erwartungen?

Sich Gedanken um das eigene Leben zu machen ist schwierig, ich gebe es zu. Viel zu abgelenkt sind wir von allerhand Sinnlosigkeiten. Allein der technische Fortschritt bedient sich einer Massenablenkung. Smartphones und andere geniale Dinge, welche die Menschen verbinden sollten, bringen uns mehr und mehr von uns selbst und letztendlich auch von einander weg. Wir leben in einer Matrix.

Die gute Nachricht ist, du kannst Jeden Tag ausbrechen. Schon kleine „Verrücktheiten“ werden dich Stück für Stück verändern. Du wirst beginnen dich wieder zu spüren. Möglicherweise gelingt es dir, dich an Momente in deiner Kindheit zu erinnern. Bei mir ist es der Glaube daran, das ich, wenn ich Groß bin, fliegen kann. Ich glaubte so fest daran und übte auch fleißig. Es endete zwar immer mit einem Sturz, aber es brachte mich nicht von meinem Großen Traum ab. Heute träume ich noch immer. Es sind Andere Dinge, aber nicht weniger Wundervoll, wie das Fliegen. Ich glaube daran und übe mit Lust und Freude. Wenn Jemand zu mir sagt: “ Du bist verrückt.“, dann freue ich mich darüber, weil ich spüre, das ich der Matrix entkommen bin.

Ich wünsche auch dir ein Leben voller kleiner und Großer Abenteuer. Es ist DEIN Leben. Lass es nicht bestimmen, sei du der Bestimmer/die Bestimmerin. Triff deine Entscheidungen nach dem Maßstab des Glücksgefühls. Fühlt es sich gut an? Dann tue es! All die Kritiker dort Draußen haben nur noch Angst ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen. Zeig ihnen, das es sich lohnt und das sie vor nichts Angst haben brauchen. Los geht`s!

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Ein Gedanke zu “Sei Frech – Sei Wild – Sei Wunderbar

  1. Kerstin schreibt:

    YES! Das Kann ich voll unterschreiben: „Domestizierung“! Das ist mein Wort! Ich hab, glaub ich nur bisher einmal jemandem gesagt, daß ich es (innerlich) genauso – mit genau diesem (selten genutzten) Wort empfinde.
    Gerade erst am letzten Montag, vor 5 Tagen war hier bei uns 1 öfftl. Vortrag von einer Systemischen- und Trauma-Therapeutin, vom Jugendamt aus organisiert. Dort waren gefühlt alle Kindergärtnerinnen des Landkreises zusammengekarrt worden – rappelvoll.
    Die Dame hat noch mal klargelegt – den Zusammenhang von „Trauma“ (im weiteren Sinne, emotionale Verletzungen & Defizite / („Trauma“ – leider blödes Wort) also (Entwicklungs-, Beziehungs-, Bindungs-) „Streß“ (ungute extreme Phasen, unentspannte Episoden, überbordende Ereignisse) – in den frühen Jahren und im weiteren Sinne u. unerfüllten Reifungs-, Bindungs- u. Entwicklungsaufgaben, neurologische (quasi) „Deformierungen“ – ein „Verhungern“ des sich grad erst noch ausformenden (kindl.) Gehirnes, welches auf Halt+ Bindung ausgelegt ist, wie uns Tierjunge besonders verdeutlichen.
    Laufen, Greifen, Sitzen, Stehen etc. pp. – lernt das Kind (eher noch) „mit“ seinem Körper (mehr oder weniger; i.w.S.) „alleine“. Aber „Nähe + Beziehung“ (er-)lernt es eben nur „in“ Nähe + Beziehung, sozusagen. „Frühe Bindungsstörung ist der Beziehungskiller Nr. 1“ – dann später im Erw.-Alter, so sagte es die Referentin. Dieses Zitat hat sich mir tief eingebrannt, Puh. Alles nix neues. (( w w w F-a-m-i-l-i-e-n-s-y-s-t-e-m-e S-a-u-t-t-e-r R-a-v-e-n-s-b-u-r-g; Werbeblock; Sie hat auch LINKS von anderen Kollg. dort)). Jedenfalls, ich persönlich kann das Thema (leider) nicht oft genug hören, leider-leider. Ich schreibe da aus eigener (deformierter, domestizierter) Erfahrung: als Kind von 2 deformierteb Kriegs- und Flüchtlings-Kindern. Was hätte alles aus uns werden können.
    „Man kann bei der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein“.
    „Man sucht sich die Eltern, bei denen man noch was ‚durch-machen‘ muß? Oje.
    Und die Referentin erläuterte noch mal, wie das Entwicklungs-Trauma, dieser frühe „unerlöste“ Beziehungs-Streß den weiteren Lern- u. Reifungsprozeß (tatsächlich) des formbaren Gehirnes überschattet. Und, das „Verdrängung & Verdrängen“ keine (bewußte, absichtliche, gesteuerte) „Verdrängung“ ist, sondern daß es (rein „neurologich“/automatisch“) „vergessen“ wird. Es wird vergessen, weil es (neuronal) nicht anders geht“. Weil das System „ungesättigt“ ist & Prioritäten setzen muß. Weil (verbale) Sprache in den ersten 3-4Jahren noch gar nicht die Ebene ist, auf der die Welt wirklich verinnerlicht wird, sondern erst noch primär auf all den anderen (Reiz- u. Sinnes) „Kanälen“. Ach, sorry, für diese Anhandlung. Aber ich liebe Entwicklungspsychologie. Das war schon im Studium (m)ein Lieblingsfach: Ein individueller Krimi – bei jedem Kind „frei Haus“!

    Ach, ja, und um noch mal die Kurve zu Pippi Langstrumpf und den wild-frei und ungebändigten Wünschen zu machen:
    Kinder spalten also ihre Wünsche ab, um des Überlebens willen. Das System merkt: Okay, hier geht es nicht um „Spaß“ hier geht es nicht um emotionales Mitschwingen, Verbindung oder Nähe“, hier geht es um’s Überleben. Und dann werden, für „satt+sauber“, zugunsten von „Ankleidung, warme Stube & trockener Po“ allen anderen Bedürfnisse (als Nebensächlichkeiten / „Luxus“) beiseite getan. Das machen leider die Kinder so, die fordern dann einfach nix mehr ein, wenn / wo es (emotional) nix zu holen gibt. Sprich, keine („extrigen“) Bedürfnisse werden mehr erlernt / gespürt, für wahr genommen, aus der Not heraus. So ist es leider bei mir. Das Gehirn hat nicht ausreichend geübt, gelernt, mit den Bedürfnissen – dann auch noch „in Kontakt (in Sprache u. Beziehung) – zu gehen, sie (auch noch) zu formulieren. Mein (innerer) Zugang zu meinen sog. Wünschen, Inspirationen, Plänen + Ideen ist leider-leider „blass“, „schwach“, „nebulös“, „selten“, „leise“.

    Ich hoffe, ich habe jetzt nicht alle anderen Leser hier komplett verscheucht.

    „Ich sage Euch: Lebt wild und gefährlich!“

    „und dann muß man schließlich auch noch Zeit haben mal Nichts zu tun“

    „Die Leute sind auch dumm! In der Schule lernen sie Plutimikation, aber sich was Lustiges ausdenken, das können sie nicht“, sagt Pippilotta, Viktualia, Rollgardina, Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf.

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