Ich habe es getan

Das letzte Mal tat ich es vor genau 20 Jahren.

Rastazöpfe.

Schon seit einigen Wochen war in mir die Vision von Rastazöpfen. Und wenn sich eine Vision erstmal im Herzen ausbreitet, findet sie auch schnell ihren Weg in das Hier und Jetzt. So saß ich dann heute bei der lieben Sylvie ganze sechs Stunden, mit afrikanischer Musik im Ohr, einen wundervollen Menschen an meinen Haaren und so einigen spannenden Geschichten für Herz und Seele.

Zeitweise machte ich mir Sorgen, ob sie nicht mal wenigstens eine kleine Pause benötigte. Weit gefehlt. Sie beherrscht nicht nur, mit einer schier unfassbaren Kunst, ihr Handwerk, sondern hat es zudem auch noch geschafft, dass die Zeit einfach nur so dahin floss.

Zwischendurch rief noch ein lieber Freund aus Kamerun an. Die Sprache verstand ich nicht, aber dafür sein Lachen und immer wieder Corona. Sylvie fragte mich, ob es okay sei, wenn Sie zwischendurch mit ihm telefonierte und natürlich war dies für mich absolut in Ordnung. Ich sagte bloß, dass ich immer wieder Corona Verstand. Ja, sagte sie. Ihr guter Freund lachte, da sie eine Maske trug und sie klärte mich noch auf, dass es in Kamerun kein Corona gibt. Zumindest gehen die Menschen dort anders damit um. Immerhin haben die Menschen in Kamerun nicht den Luxus, sich einfach mal in selbst Quarantäne zu begeben, sie müssen für ihr eigenes Überleben sorgen und das tun sie. Sylvie vermisst das Tanzen, ich konnte ihr da nur zustimmen. Aber was uns nicht genommen werden konnte und kann, war unser lachen und wir lachten wirklich sehr viel.

Danach fuhr ich zu einem lieben Verbündeten, wie er mich liebevoll nennt. Er ist 2004 nach einer Operation erblindet, aber nicht gebrochen worden. Er sprach über seine Wut auf all die ungefragte Hilfe. Über all die Schein Gutmenschen. Er ist blind aber nicht lebensunfähig. Eine Zwickmühle, doch keine Sackgasse. Helfe ich ihm oder will ich mir helfen, das hilft zuweilen beim Entscheiden, dachte ich mir.

Nun sitze ich wieder in meinem sicheren Hafen und die Kopfhaut tut etwas weh. Immerhin muss sie jetzt bestimmt mindestens 70% mehr Haar tragen. Ich habe etwas Kamillentee drauf getupft und werde jetzt mein Gemüt mit etwas Magie beruhigen, obwohl es gar nicht unruhig ist, neugierig eventuell.

Träumt bunt ihr Lieben

C.

3 Gedanken zu “Ich habe es getan

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