Die Ruhe im Chaos finden

Seit meinem letzen Blogeintrag ist eine ganze Weile vergangen. Die Unruhe war mein ständiger Begleiter. Ich musste mich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Meine Tochter schleppte sich von einem Virusinfekt zum nächsten. Meine Mutti hatte ständig neue Aufgaben für mich. Es strömten so viele Reize auf mich ein, so dass ich jetzt gerne die „Stopp-Taste“ drücken möchte.

Ich will mich neu sortieren und eine Art Inventur für mein Leben anfertigen.

Zuallererst gebe ich die Aufgaben anderer, wieder vertrauensvoll zurück. Ich kümmere mich mit enorm viel Energie, um die Probleme anderer. Dies saugt natürlich und verschwendet meine Zeit. Jetzt klar „Nein“ zu sagen, kostet eventuell Mut und Kraft aber schafft längerfristig mehr Raum für mich und meine kleine Familie.

Als nächstes werde ich meine Wohnung scannen und Überflüssiges entsorgen/verschenken. Dies hatte ich schon in einem kleinen Experiment begonnen und es fühlte sich großartig an. Denn jeder einzelne Gegenstand sendet Energien aus. Hat man eine „volle“ Wohnung, können diese Energien sehr erdrückend auf einen wirken.

Es folgt eine „Online-Inventur“. Ich bin im Internet sehr präsent. Ob Facebook oder Instagram. Überall plätschern Informationen durch das Internet. Ich lese sie, reagiere darauf und es hinterlässt jedesmal ein Gedankenchaos in mir. Ebenso der Drang des „Gesehen-werdens“. Genügt es nicht, von den Menschen gesehen zu werden, welche mich im realen Alltag begleiten? Wozu diese Begierde nach Mitteilen? Dies werde ich durchleuchten und dann meine Konsequenzen ziehen.

Wohin soll mich mein Weg führen? Wenn ich nicht weiß, was ich genau möchte, besteht die Gefahr, das ich mich verirre. Deshalb werde ich mir genau überlegen, was mir wichtig ist. Ich werde in naher Zukunft verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, dazu benötige ich einen klaren Kopf. Im Frühjahr ziehen wir um. Neues Chaos, mit dem Ziel wieder Anzukommen.

Und zu letzt auf meiner fortlaufenden Liste, steht die innere Klarheit. Ich mache mich auf die Suche nach meinen ethischen Werten. Immer, wenn diese verletzt werden, reagiere ich impulsiv, da ich nicht genau die Ursache benennen kann. Bin ich mir allerdings bewusst, welche Werte mir wichtig sind, kann ich authentischer und klarer im Hier und Jetzt Leben. Kein Raum für Manipulationen.

Klingt für mich, nach einem sehr guten Plan für den Herbst. Ich freue mich auf die Zeit, welche mir geschenkt wird. Ich freue mich auf mehr schreiben. Ich freue mich über die Lebenslust. Der Drang nach Weiterentwicklung.

Ich wünsche euch eine goldene Zeit im Blätterregen.

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Ferienende/Arbeitsbeginn und Eingewöhnung

Halleluja! Momentan rauscht das Leben wieder in einem irren Tempo, aber es zieht nicht an mir vorbei, es nimmt mich mit. Die Ferien in Sachsen sind nun zuende,meine kleine Tochter wird gerade Eingewöhnt und ich gehe nach fast 2 Jahren wieder arbeiten. Wie fühlen sich all die Neuen Dinge an und was konnte ich aus den vergangenen 2 Jahren mitnehmen?

Zu allererst kann ich gestehen, das ich mir nie groß Gedanken um die Zukunft mache. Sie kommt, wenn es an der Zeit ist und dann lebe ich in ihr. Bei der Eingewöhnung erging es mir allerdings das erste mal im Leben anders. Ich war voller Sorge und Unruhe in mir. Überall erhielt ich Absagen in den Einrichtungen oder gar keine Meldungen. Bis ich mich entschloss, doch eine Tagesmutti zu wählen. Eine gesunde Entscheidung. Jedoch bedarf es einer guten Organisation und einem Arbeitgeber, welcher Verständnis für die persönliche Situation aufbringt. Eine Tagesmutti kann natürlich nicht von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr ihre Betreuungszeiten festlegen. Unsere hat von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Pragmatisch gesehen, geht dies gar nicht, da ich bis 16.15 Uhr Dienst habe und auch einmal den Frühdienst abdecken müsste. Dann wurde auch noch unsere liebe Tagesmutti krank und es war ungewiss, ob die „Ersatztagesmutti“ die Eingewöhnung machen konnte. Status Quo : Meine kleine Tochter wird gerade liebevoll und sanft Eingewöhnt und ich gehe schon seit 1 Woche arbeiten. Wie funktioniert dies? Absprachen und vertrauensvolle Verlässlichkeiten. Ich bin jedenfalls super glücklich, wie momentan Alles läuft.

Wie war der Arbeitsbeginn? Er fühlte sich seltsam an. ich fühlte mich ein wenig verloren, auch wenn ich mein großartiges Team schon seit 14 Jahren kenne. Doch schnell löste sich die Anspannung auf und ich spürte, das ich wieder angekommen war. Die Entscheidung wieder arbeiten zu gehen, habe ich bewusst getroffen. Sicherlich spielt auch der finanzielle Grund eine Rolle aber ich brauchte nach fast 2 Jahren wieder „Input“ – eine andere Rolle. Ich bin wahnsinnig gerne Mutter und ich liebe meine beiden Kinder so, wie ich noch nie einen Menschen zuvor geliebt habe, aber ich bin eben nicht „nur“ Mutter. Da ist die Kollegin, die Pädagogin, die Schriftstellerin, die Künstlerin, die Tänzerin, die beste Freundin, die Tochter, die …. vielen Rollen, welche ich mit einer schier unfassbaren Leidenschaft leben will und auch tue.

Was habe ich aus den letzten 2 Jahren mitgenommen? Die tiefe Liebe zu einem Kind. Bei meinem großen Sohn war vieles noch sehr unbewusst. Ich war selbst noch so sehr mit mir beschäftigt. Nun erlebe ich eine fast tägliche Welle an Wundern. Es ist kaum in Worte zu fassen. Diese Auszeit als Arbeitnehmerin und hin zur „freien Zeit“, zeigte mir aber auch, wie sehr ich Struktur in meinem Leben brauche. Es gab Phasen, wo ich gefühlt weggeschwommen bin. Meine Zeit entglitt mir und der Sinn war vernebelt. Also versuchte ich durch Babykurse ein wenig „Ordnung“ in den Tag zu bekommen. Deshalb stellt sich mir jetzt, am Ende meiner Elternzeit die Frage, ob dies tatsächlich ein natürliches Verlangen meines Wesens ist oder ob ich im Laufe der Jahre dorthin „manipuliert“ wurde? Kann ich es schaffen, auch ohne Tagesstruktur eine tiefe Sinnerfüllung in meinem Leben zu finden? Spannende Frage. Ergründen kann ich diese jetzt allerdings nur in den Ferienzeiten.
Ferien sind bei uns immer die totale Entgleisung jeglicher anerzogener Normen. Wir stehen auf, wenn wir Lust haben ( mit Baby/Kleinkind wird man sehr kreativ diesbezüglich – ich schaffte eine Spieloase neben dem Bett), wir Frühstücken im Bett oder wo es gerade angenehm ist, Aktivitäten werden spontan gemacht, geschlafen wird, wenn wir müde sind. Wir leben völlig aus dem Bauch heraus.

Jetzt habe ich wieder einen straff geregelten Tagesrhythmus und wisst ihr was genau jetzt passiert? Ich sehne mich nach der losen Lockerheit zurück. Doch wenn ich es ganz scharfsinnig betrachte, brauche ich Beides zum leben. Struktur und Strukturlosigkeit. Halten und Loslassen. Ying und Yang.

Wir haben gerade einen heißen, trockenen Sommer – doch seid gewiss, auch der kalte Winter wird wieder kommen.
In diesem Sinne: Genießt den Moment !!!
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Sei Frech – Sei Wild – Sei Wunderbar

Nun sitze ich 0.46 Uhr hier vor meinem Rechner und lasse den Impuls des Schreibens zu. Eigentlich müsste ich jetzt brav nebenan im Bett liegen, um genügend Energie für morgen zu tanken. Immerhin habe ich 2 wundervolle Kinder, welche morgen wieder den Tag mit mir gemeinsam entdecken wollen.
Doch irgendwo habe ich einmal gelesen, das man gar nicht soviel Schlaf benötigt. Wenn man den Tag mit Dingen füllt, welche einem erfüllen, bekommt man Energie geschenkt, anstatt das sie verloren geht. Nun, dies soll mir für die nächsten Momente genug vertrauen geben, einfach dies zu tun, worauf ich Lust habe. Und glaubt mir, auf schlafen habe ich noch lange keine Lust.

Ob als Poster, Postkarte, T-shirt, überall kannst du dich mit wilden, positiven, euphorisierenden Sprüchen etwas Pep in dein Leben holen. Dann darfst du dich für einen kurzen Moment wie Pippi und Co fühlen. Wunderbar oder? Was aber wäre, wenn dieses Gefühl nicht nur einen kurzen Moment anhalten würde? Was wäre, wenn dieses Gefühl dein gesamtes Leben bestimmen würde?

Wir sind Alle mehr oder weniger anständig Domestiziert wurden. Gut, korrekterweise nennt man es auch Erziehung. Doch egal, wie man es auch nennen mag, wir Alle sind brav dressiert und angepasst. Ab und Zu darf man mal ausbrechen. So eine kleine verrückte Party oder ein kurzer demonstrativer Aufschrei, aber im Großen und Ganzen sind wir doch recht anständige und wohlerzogene Menschen. Und die, die es nicht sind, werden eben Therapiert, in Erziehungsanstalten gesteckt, für Verrückte Ausnahmen angesehen. Bloß nicht auffallen ist das wichtigste Credo. Irgendwie versucht die Mehrheit das Leben halbwegs zu meistern. Gut, wer einen Job hat, noch besser einen Partner/eine Partnerin, Haus, Kinder und nette Freunde. Perfekt. Geschafft. Wie Millionen Andere eben auch. Einmal im Jahr in den Urlaub und mit den Jahren ganz wehmütig im Fotoalbum den vergangenen Jahren nachtrauern. Wie wild es damals war. Mit all den verrückten Ideen und einem aufgeregt, pochendem Herzen. Hinter Jeder Mauer ein neues Abenteuer, auch wenn es nur im Kopf stattfand, aber es fühlte sich so lebendig an. Damals. Was ist geschehen? Schon als Kind bekommst du gesagt, das dieses Leben als Erwachsener voller Verantwortung ist und das es Anstrengend wird. Tatsächlich? Mir stellt sich die Frage, ob es sich nicht wie mit dem Huhn und dem Ei verhält? Was war eher da? Die Anstrengung oder hat die Erziehung uns erst zu dieser Wahrnehmung hingeführt? Ich konnte erleben, wie sich Anspannungen lösen, wenn ich los-lasse. Einfach mal nicht so handele/denke, wie es mir eingepredigt wurde. Und wisst ihr was geschehen ist? Es war herrlich leicht und wunderbar.

Lebst du tatsächlich das Leben, welches du leben wolltest/willst? Du kannst dies sehr einfach herausfinden. Spüre hinein. Wie fühlt sich Alles an? Trägst du die Kleider, die Du tragen möchtest? Sagst du das, was DU sagen möchtest? Handelst du so, wie Du tatsächlich handeln möchtest? Verbringst du den Tag mit Dingen, die DU tun möchtest? Bist Du wirklich Du, oder nur ein Abbild von Erwartungen?

Sich Gedanken um das eigene Leben zu machen ist schwierig, ich gebe es zu. Viel zu abgelenkt sind wir von allerhand Sinnlosigkeiten. Allein der technische Fortschritt bedient sich einer Massenablenkung. Smartphones und andere geniale Dinge, welche die Menschen verbinden sollten, bringen uns mehr und mehr von uns selbst und letztendlich auch von einander weg. Wir leben in einer Matrix.

Die gute Nachricht ist, du kannst Jeden Tag ausbrechen. Schon kleine „Verrücktheiten“ werden dich Stück für Stück verändern. Du wirst beginnen dich wieder zu spüren. Möglicherweise gelingt es dir, dich an Momente in deiner Kindheit zu erinnern. Bei mir ist es der Glaube daran, das ich, wenn ich Groß bin, fliegen kann. Ich glaubte so fest daran und übte auch fleißig. Es endete zwar immer mit einem Sturz, aber es brachte mich nicht von meinem Großen Traum ab. Heute träume ich noch immer. Es sind Andere Dinge, aber nicht weniger Wundervoll, wie das Fliegen. Ich glaube daran und übe mit Lust und Freude. Wenn Jemand zu mir sagt: “ Du bist verrückt.“, dann freue ich mich darüber, weil ich spüre, das ich der Matrix entkommen bin.

Ich wünsche auch dir ein Leben voller kleiner und Großer Abenteuer. Es ist DEIN Leben. Lass es nicht bestimmen, sei du der Bestimmer/die Bestimmerin. Triff deine Entscheidungen nach dem Maßstab des Glücksgefühls. Fühlt es sich gut an? Dann tue es! All die Kritiker dort Draußen haben nur noch Angst ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen. Zeig ihnen, das es sich lohnt und das sie vor nichts Angst haben brauchen. Los geht`s!

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Es bedarf nur eine Entscheidung, um 3 wichtige Dinge zu verändern

Heute bin ich mit meinem Sohn den Schulweg per Fahrrad gefahren. Wir wollten testen, wie gut es klappt. Ab August geht es dann immer mit dem Fahrrad zur Schule. Für meinen Teil, wollte ich nur die beruhigende Sicherheit haben, das mein Sohn vertraut mit dem Fahrrad zur Schule fahren kann. Doch auf dem Weg ist noch etwas ganz anderes mit mir passiert. Ich spürte wieder die Freiheit und Leichtigkeit, welche man auf dem Fahrrad wahrnehmen kann. Der frische Wind, welcher um die Nase weht, staufreie Wege und das gute Gefühl der Bewegung. Sofort kam mir ein Gedanke auf: “ Ich kann doch auch zukünftig in der Stadt das Auto stehen lassen.“

Zuhause wieder angekommen recherchierte ich all meine Gedankengänge. In die Suchmaschine tippte ich folgenden Satz ein: “ Vorteile und Ersparnisse, wenn man vom Auto auf das Fahrrad umsteigt.“ Natürlich weiß ich, welche Vorteile es bringt, aber ein Hirn braucht es schwarz auf weiß. Die Fakten hoben meine Euphorie nochmals um ein Vielfaches an. Ich kann mehrere vermeintliche Probleme auf einmal lösen. Unseren geliebten Planeten schonen, meinen Körper wieder etwas Formen, meinen Geldbeutel für schöne Dinge füllen, mich ausgeglichener fühlen, meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Na, wenn dies mal nicht schlagkräftige Argumente sind.

Wer mich kennt der weiß, das es nicht bei euphorischen Gedanken bleibt. Da mein altes Fahrrad tatsächlich quietschend alt ist, kaufte ich mir gleich heute ein Neues. Dazu noch einen Kindersitz für meine Tochter und glühende Vorstellungen, wie wir zukünftig nun mit dem Fahrrad durch Leipzig fahren.

Auch wenn man sich vordergründig keine Gedanken um unsere Umwelt macht ( ich gestehe, ich gehöre auch dazu), so kann man doch Gutes für diese tun. Ich hatte als ersten Gedanken, mein Wohlgefühl im Auge. Und mal ganz ehrlich, glückliche Menschen sind wie eine Vitamintablette ( oder wer es natürlicher mag: ), eine Portion Obst für unseren Planeten. Da strömen soviel wertvolle/aufbauende Energien durch die Luft. Tief einatmen und genießen. In diesem Sinne: Ein fröhliches Radeln.

 

 

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Urheber: scorecompass.de

Von der Kunst ein Kind zu erziehen

Heute widme ich mich dem Thema: „Erziehung“. Es ist bei mir so präsent, wie die Luft zum atmen. Doch erziehe ich tatsächlich oder lebe ich „nur“ vor? Ist Erziehung wichtig? Was kann Erziehung mit einem Kind machen? Was bedeutet es überhaupt ein Kind zu erziehen? Gibt es eine gute und eine schlechte Erziehung?

Es gibt eine Vielzahl von versuchten Definitionen. Zum Beispiel die von
„Klaus Hurrelmann“
(Mut zur demokratischen Erziehung, in:
Pädagogik 7 bis 8/94, Seite 13)

„Erziehung ist die soziale Interaktion zwischen Menschen, bei der ein
Erwachsener planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind
unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen
Eigenart des Kindes erwünschtes Verhalten zu entfalten oder zu
stärken. Erziehung ist ein Bestandteil des umfassenden
Sozialisationsprozesses; der Bestandteil nämlich, bei dem von
Erwachsenen versucht wird, bewusst in den Prozess der Persönlich‐
keitsentwicklung von Kindern einzugreifen ‐ mit dem Ziel, sie zu
selbstständigen, leistungsfähigen und verantwortungsvollen
Menschen zu bilden.“

Diese Definition ist rühmlich, aber trifft nicht ganz die Komplexität des Erziehungsprozesses. Ich denke dabei nur an all Jene Kinder, deren Bedürfnisse und persönlichen Eigenarten nicht berücksichtigt werden. Jene Kinder, welche gebrochen werden, durch den machtvollen Willen Erwachsener. Erziehung kann sehr wohl auch schaden. Und muss man tatsächlich immer in die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern eingreifen?

Um euch meine Sichtweise spürbar zu machen, möchte ich euch sehr gerne in meine ganz persönliche Geschichte einladen.

Beginnend mit einem Zitat von „Ignatius von Antiochia“ :

“ Man erzieht durch das, was man sagt,
mehr noch durch das, was man tut,
am meisten durch das, was man ist.“

Da war ich nun. Mutter eines kleinen Sohnes. Voller Liebe umhüllte ich ihn mit Fürsorglichkeit und Schutz. Doch auch Ängste, Wut und Hilflosigkeit waren meine Begleiter. Von Außen drangen ständig gut gemeinte Ratschläge an mein Ohr. Was ich tun soll und was eben nicht. Ich war noch zu Unsicher, um gestärkt meinen ganz eigenen Weg zu gehen.Jede Art von Unsicherheit, machte sich sofort im Verhalten meines Sohnes bemerkbar. Wie oft saß ich da und heulte voller Selbstmitleid in mein Mutterherz hinein. Es kam der Punkt in meinem Leben, als ich einen wichtigen Entschluss fasste. Ich zog in eine andere Stadt und lebte wenige Zeit später auch Allein mit meinem Sohn. Keine fremden Stimmen drangen nun mehr in unserem Schutzraum hinein. Ich begann mich und meine Vorstellungen vom Leben zu reflektieren. Es war ein schwieriger aber so wertvoller Prozess.
Ich musste nur fühlen, denn dann spürte ich, was für mich richtig oder falsch war. Die Beziehung zu meinem Sohn wurde immer besser. Wutanfälle versackten im Keim. Und dies ist für mich der Schlüssel einer guten „Erziehung“. Erst, wenn ich es schaffe, reflektiert und authentisch zu sein, kann ich für mein Kind tatsächlich DA SEIN. Authentisch zu sein bedeutet für mich, Gefühle zu leben. Wenn ich müde bin, gestresst bin, wütend bin, dann darf ich das sein,ohne das Kind dabei zu „verletzen“. Seelisch zu verletzen, denn dies passiert noch viel zu oft. Ich kann meinem Kind, je nach Alter, sagen, wie es mir jetzt geht und noch wichtiger WARUM es mir jetzt so geht. Viel zu schnell passiert es, das Kinder die Schuld unterbewusst bei sich suchen. Doch wenn man sagt: “ Ich bin gerade total gestresst, weil meine Arbeit heute so anstrengend war.“, dann darf das Kind Abstand zu den momentanen Gefühlen des Anderen nehmen. Und dann sich selbst gut zu versorgen, damit die eigenen Bedürfnisse nicht vom Kind erfüllt werden müssen. Hineinzuspüren, was ich selbst tun kann, damit es mir besser geht. Wenn mein Sohn im Bett lag, habe ich dann zum Beispiel ein Wannenbad mit Kerzenlicht genossen oder ich habe gemalt, getanzt mit meinem MP3Player im Ohr. Ich habe mich selbst gut versorgt, damit ich am nächsten Morgen wieder für meinen Sohn da sein konnte.
Nun wird mein Sohn 11 Jahre und ich erlebe ihn als empathischen, liebevollen und auch kritischen Menschen. Sicherlich dringen immer noch Ratschläge zu uns durch, aber dagegen weiß ich nun endlich einen „Gegen-Rat“. “ Du bist Du und Ich bin Ich – Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur 1000 verschiedene Möglichkeiten zu leben. Lass mich meinen Weg mit all den vermeintlichen Fehlern selbst beschreiten, denn nur dann bin ich auch in der Lage zu lernen und zu verstehen.“

Nun bin ich noch einmal Mutter einer zauberhaften Tochter geworden und werde höchstwahrscheinlich wieder einige Momente der Ratlosigkeit spüren. Denn sie ist eine ganz eigene Persönlichkeit. Es gibt kein Patentrezept für die Erziehung. Aber was ich zurückblickend sehe ist, das mich auch unterbewusst mein Sohn erzogen hat. Er brachte mir durch seine „Wutanfälle“, “ seine Tränen“ bei, genauer hinzuschauen, woran dies liegt und was ich verändern kann, damit es uns wieder besser geht. Kinder werden so „rein“ und perfekt in diese Welt geboren, doch da sie in unserer Gesellschaft leben müssen, benötigt man die sogenannte Erziehung. Und Jede Gesellschaft hat ihre ganz Eigene. Erziehung ist Wichtig, um sich zurechtzufinden, aber noch viel wichtiger ist die gesunde und liebevolle Bindung zu sich selbst und seinem Kind.

„Erziehung ist Beispiel und Liebe – sonst nichts.“

Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852), deutscher Pädagoge

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Schrebergarten – spießig oder ein Ort des Glücks?

Vor einigen Jahren war ich schon einmal stolze Schrebergärtnerin. Jedoch hielt dort das Glück nicht lange an. Schnell wurden mir maßgeschneiderte Regeln aufdiktiert und das ich mehr auf ein „sauberes“ Gartenbild achten solle. Damals fehlte mir schlichtweg die Muse und der Tatendrang aus diesem kleinen Fleckchen Erde, etwas wundervolles zu zaubern. Am meisten nervte mich die im Vorstand verbissenen männlichen Vorzeige Gärtner. Mit verkniffenen Augen zogen sie stillschweigend an meinem eher locker gestalteten Garten vorbei. Ein nettes Miteinander gab es dort nicht. Nach gut 2 Jahren gab ich das Gärtnerleben auf. Für immer?

Natürlich nicht! Als meine kleine Tochter geboren wurde, ergriff mich nochmals die glühende Idee, ein kleines, grünes Fleckchen Erde für uns zu pachten. Ich musste auch nicht lange suchen. Zwischen Kühen und Weizenfeldern fanden wir eine wunderhübsche Gartenanlage. Große Gärten, sicher umrandet von Feldern, gab dem ganzen einen friedlich, anmutenden Charme. In unserem Garten thronen sogar 2 Fichten. ( Nadelgehölze sind sonst verboten in Kleingärten), aber hier ist Alles anders.  Kurz musste ich mich  der männlichen Skepsis stellen. Sie konnten sich kaum vorstellen, das eine Alleinstehende Frau, so einen großen Garten bewältigen kann.  Nun, sie kannten mich eben noch nicht. So sei ihnen verziehen. Mittlerweile habe ich eine ganze Menge geschaffen. Ein kleines Kräuterbeet lädt zum naschen ein, die Buddhafigur, als roter Faden in unserer Wohlfühloase, erste Gemüsepflanzen wachsen auf dem frisch umgegrabenen „Acker“, … . Stück für Stück kann ich hier meine wilden Ideen umsetzen, ohne das mich Jemand ständig mit Regeln ausbremst. Wundervoll. Allein der Baumarkt ist für mich ein neues Paradies geworden. Jedes mal wenn ich dort bin, entstehen neue Ideen für den Garten. Ich sollte mir eventuell doch eine Mitgliedskarte holen. Es lohnt sich.

Ist ein Schrebergarten nun spießig? Kommt ganz auf den Gärtner, die Gärtnerin an. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich kann auch ein Garten gestaltet und genutzt werden. Es gibt Regeln, an die man sich halten muss. Ansonsten verliert die Anlage das Anrecht ein „Kleingartenverein“ zu sein und bekommt somit auch keine Fördermittel mehr. Wie diese Regeln allerdings umgesetzt werden, obliegt ganz allein dem Jeweiligen Vorstand. Ich konnte beide Seiten Kennenlernen und bevorzuge die „respektvoll/wertschätzende“. Soll heißen, das Jeder im Rahmen der vorgegebenen Regeln, sich nach seinen Vorstellungen im Garten verwirklichen kann. Ich erfreue mich auch an den akkuraten Beeten, welche mit buntem Gemüse mich saftig anlächeln, jedoch wird mein Garten nie so aussehen. Ich liebe die kleinen verzauberten Ecken, bunt und voller Überraschungen. Unzählig kleine Projekte, welche sich dann zu einem Gesamtkunstwerk zusammensetzen. Umrandet wird dieser Zaubergarten mit Kräutern, Gemüse und süßem Obst zum naschen.

So ist es egal, ob ein Garten „spießig“ ist oder nicht, viel wichtiger erscheint mir, wie glücklich er den Pächter/die Pächterin macht.

Ich bin sehr glücklich.

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Das Dilemma mit den Krippenplätzen und wie es doch noch eine gute Lösung gab.

Wenn man in Leipzig wohnt und ein Baby bekommen hat, ist man zu aller erst mit puren Glück erfüllt. Zumindest wirkte in mir dieses Gefühl. Ein ganzes Jahr Elternzeit konnte ich nun mit meinem kleinen Wunder geniessen. Doch kurze Zeit später musste ich leider aus meiner wollig warmen Seifenblase heraus und für die Zukunft planen. Über die ganzen Anträge schreibe ich heute nicht, in diesem Artikel soll es um die Krippenplatzsituation gehen.

Es wird suggeriert, das sich in Leipzig, aufgrund des Elternportals, intensiv um einen Krippenplatz gekümmert wird. Ich meldete mich mit meinem unschlagbaren Optimismus an. Ich bekam eine Referenznummer und durfte mir sogar 5 Wunschkitas heraussuchen. Dies tat ich bereits im Juli 2017. Danach war Funkstille. Ausruhen darf man sich also nicht. Ich telefonierte, besuchte die Kitas, stellte mich und meine Tochter brav vor, kam auf Wartelisten und dies war von nun an der große Tenor: „Warten“. Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr gerne Mutter, aber ich definiere mich nicht einzig und allein über diese Rolle. Ich möchte auch wieder Arbeitnehmerin sein. Im August 2018 soll es wieder los gehen. Da meine Tochter auch noch Eingewöhnt werden möchte, brauche ich dringend einen Platz ab Juli 2018. Mit dieser Dringlichkeit ging ich forschen Schrittes zum Amt. Frustriert wurde ich  auf dem Boden der sächsischen Tatsachen geholt. Sie könnten mir nicht wirklich weiterhelfen. Verantwortlich für die Platzvergabe seien die Einrichtungen selbst und diese haben gerade damit zu tun, ihre Plätze an die Familien zu vergeben, welche bereits Klage eingereicht haben. So soll ich jetzt Klage einreichen, um schneller an einen Platz zu kommen? Was für ein Dilemma. Nebenbei erzählten mir noch Muttis beim Babyschwimmen, wie sie endlich, aufgrund von „Vitaminb D“ und nach etlich verweinten Nächten, einen Krippenplatz bekommen haben. Mir wurde zusehens schlechter. Mein Optimismus sank täglich. An eine Tagesmutti hatte ich bis dahin noch gar nicht gedacht, da die Betreuungszeiten mit meinen Arbeitszeiten im Konflikt stehen. Doch die Not macht erfinderisch. Ich bin absolut Dankbar, das Klara einen Papa hat, der auch tatsächlich Papa sein möchte. Gemeinsam mit ihm habe ich jetzt beschlossen, doch eine Tagesmutti in betracht zu ziehen. Wir besuchten sie und bei Einigen war mir sehr mulmig zumute. Die Vorteile einer Tagesmutti liegen auf der Hand. Es ist eine kleine Gruppe, die Kinder haben eine Vertrauensperson und sind in einer Familienähnlichen Situation gut aufgehoben. Gerade in den ersten Lebensjahren sogar besser für das Kind, als in einer großen Einrichtung. Die Herausforderung besteht darin, eine gute Tagesmutti zu finden. Was bedeutet „Gut“ für mich? Mir ist es wichtig, das ich schon beim ersten Kennenlernen spüre, das sie gerne ihre Arbeit macht. Das gelebt wird und die Kinder einen sicheren, liebevollen Hafen bei ihr haben. Sie sollte liebevoll sein und eine Prise Lebenshumor in sich tragen. Und genau so eine Tagesmutti habe ich zum Glück gefunden. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und ist erfrischend, liebevoll und kümmert sich rührend um die Kleinen. Ende Juli geht nun meine Tochter zu ihr. Wir freuen uns sehr. Wir hatten Glück. Dennoch ist die Situation in Leipzig erschreckend. Einerseits besteht Anspruch auf einen Betreuungsplatz, doch auf der anderen Seite stehen nicht genügend Plätze zur Verfügung. ErzieherInnen fehlen überall. Woran liegt dies? Bis unsere Tochter 3 Jahre wird, sind wir nun „gut versorgt“, aber was geschieht danach? Das große Suchen und Warten geht weiter.

Seid Willkommen …

IMG_20180518_162015Ihr Lieben,

zurück zu meiner Passion, dem Schreiben. Zukünftig findet ihr hier (hoffentlich) inspirierende, erheiternde, nachdenkliche Texte und Videos. Themen? Da gibt es keine Grenzen, denn im Laufe meines Reifungsprozesses musste ich feststellen, das wir Menschen zu viele Grenzen errichtet haben. Ob im Kopf oder „Anfassbar“, sie stören und hindern am Wachstum. Deshalb lasst uns hier einen Grenzfreien Raum erschaffen. Seid meine Gäste und „Miterschaffer“ eines wunderbaren Ortes.